Mentale Gesundheit im Fokus: Eine verständliche Übersicht zu inneren Krisen und Belastungen
- Für diejenigen mit Suizidgedanken, kontaktiere bitte die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 oder 116 123
- Für diejenigen, die Missbrauch erfahren, kontaktiere bitte das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 116 016
- Für diejenigen mit Drogenmissbrauch, kontaktiere bitte die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313 031
Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens Phasen, in denen sich alles zu viel anfühlt. Deine Gedanken kreisen im Kopf, die Emotionen verändern sich schlagartig und jede Herausforderung im Leben wirkt unglaublich schwer. Du bist damit aber nicht alleine! Vielen Menschen begegnen diese Herausforderungen und sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Deshalb findest du in diesem Artikel Impulse, wie du dein emotionales Wohlbefinden stärkst, kleine Veränderungen im Leben angehst und dich stabiler fühlen kannst
Wenn sich Gedanken, Gefühle oder das Verhalten ändert
Manche Veränderungen im Denken, Fühlen oder Verhalten können über eine längere Zeit verunsichern. Insbesondere, wenn sie den Alltag spürbar beeinflussen, stellen sie eine Herausforderung dar. Setze dich mit ihnen auseinander und finde heraus, was dir guttut.
Psychische Gesundheit: Zahlen, Daten, Fakten
Das mentale Wohlbefinden ist ein Thema, das jeden von uns betrifft, da die meisten Menschen in ihrem Leben irgendwann psychische Belastung haben.
Der WHO zufolge leiden weltweit etwa 970 Millionen Menschen an psychischen Erkrankungen. Des Weiteren wird nach Schätzungen jede zweite Person irgendwann in ihrem Leben an einer psychischen Erkrankung oder Belastung leiden. Dazu machen psychische Erkrankungen in den Vereinigten Staaten, Westeuropa und Kanada etwa ein Viertel aller Behinderungen aus und sie sind einer der Hauptursachen für den vorzeitigen Tod. Das betont die Wichtigkeit des mentalen Wohlbefindens.
Arten von psychischen Erkrankungen
Seelische Belastungen lassen sich grob verschiedenen Bereichen zuordnen. Wozu sie gehören, hängt davon ab, wie sie sich zeigen oder erlebt werden. Zu den häufigsten Formen zählen:
Angststörungen
Angststörungen werden laut MSD Manual durch übermäßige, anhaltende Ängste und Sorgen klassifiziert. Zu den Untertypen gehören unter anderem:
Generalisierte Angststörung: Anhaltende, unspezifische Sorgen.
Panikstörung: Plötzliche, intensive Angstattacken.
Phobien: Starke Ängste vor bestimmten Situationen oder Objekten.
Affektive Störungen
Wenn deine Stimmung länger gedrückt ist oder stark schwankt, kann das verschiedene Ursachen haben. Laut dem MSD-Manual zählen dazu zum Beispiel:
Depressive Phasen: Sie äußern sich oft durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Erschöpfung oder ein Gefühl von innerer Leere.
Bipolare Störung: Dabei wechseln sich depressive Tiefs mit Phasen erhöhter Energie, starkem Antrieb oder Gereiztheit ab.
Psychosen: Von Expert:innen definiert
Essstörungen
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Ursachen und Risikofaktoren
Innere Belastungen entstehen oft nicht aus einem einzelnen Grund, sondern durch ein Zusammenspiel vieler Einflüsse. Es gibt dabei kein “Schema F”, aber manche Faktoren treten immer wieder auf. Dazu gehören:
Biologische Faktoren
Veranlagung: Manche Menschen geben an, dass ähnliche emotionale Herausforderungen auch in ihrer Familie vorkommen. Im Zusammenspiel mit unserer Lebensumwelt könnten also manche Veranlagungen unsere Reaktion auf Stress oder Belastung mitprägen.
Körperliche Prozesse: Auch Veränderungen in der inneren Balance können möglicherweise Einfluss auf unsere Stimmung und unser Energielevel haben. Studien zeigen, dass diese nicht immer die Ursache, sondern eine Folge von einer lang anhaltenden inneren Belastung sein können.
Die Stressverarbeitung im Gehirn: Forschungen deuten laut der Sanitas Krankenkasse darauf hin, dass bestimmte Regionen im Gehirn bei manchen Menschen besonders sensibel auf Belastungen reagieren können.
Psychologische Faktoren
Innere Widerstandskraft: Wie gut wir mit Veränderungen, Stress oder Rückschlägen umgehen, hängt oft davon ab, welche Strategien und Erfahrungen wir im Laufe unseres Lebens erworben und gesammelt haben.
Dauerstress: Eine anhaltende Überforderung durch die Arbeit, Beziehungen oder persönliche Sorgen ohne Aussicht auf Besserung kann uns aus dem Gleichgewicht bringen.
Soziale Faktoren
Frühere Erfahrungen: Erlebnisse wie Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit können Spuren hinterlassen.
Soziale Isolation: Ein Mangel an sozialer Unterstützung belastet dein inneres Gleichgewicht zusätzlich.
Wenn sich dein Inneres verändert
Menschen erleben belastende Phasen unterschiedlich. Dein Empfinden hängt davon ab, wie sich Gedanken, Gefühle oder Beziehungen gerade entwickeln. Manche berichten von einer inneren Unruhe, Antriebslosigkeit oder dem Gefühl, ständig zu grübeln. Andere merken, dass sie sich zurückziehen und schneller gereizt sind. In diesen Bereichen zeigen sich die Veränderungen besonders häufig:
Im Denken: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und sich von belastenden Gedanken zu lösen
Im Fühlen: Stimmungsschwankungen und Gefühle der Überforderung, Unsicherheit oder Traurigkeit
Im Körper: Unruhe, Schlafprobleme, Appetitveränderungen oder Verspannungen
Im sozialen Alltag: Rückzug, weniger Kontakt zum Freundeskreis oder häufiger Streit
Wenn du Klarheit über deine Gefühle brauchst
Vielleicht spürst du gerade: „So wie es ist, möchte ich nicht weitermachen.“ Dann stellst du dir sicherlich Fragen wie: Warum geht es mir so und was kann ich tun? In diesen Fällen kann es hilfreich sein, wenn du mit einer außenstehenden Person sprichst. Das ist jemand, der dir zuhört, dich ernst nimmt und gemeinsam mit dir deine Gedanken sortiert. Bei BetterHelp findest du empathische Berater:innen, die dich dabei unterstützen.
Wege, die dich bei mentalen Herausforderungen unterstützen können
Wenn du mit belastenden Phasen konfrontierst wirst, gibt es Wege, damit umzugehen. Was für die eine Person hilfreich ist, ist aber vielleicht für eine andere Person weniger gut. Du musst also deinen eigenen Weg finden.
Manche Menschen finden Kraft in Bewegung, Natur oder kleinen Achtsamkeitsritualen. Andere tauschen sich mit einfühlsamen Berater:innen, in Gruppen oder im Freundeskreis aus. Darüber hinaus kann die Integration von kleinen Routinen im Alltag Stabilität geben.
Wenn du eine professionelle Unterstützung benötigst
Manchmal reichen Gespräche im persönlichen Umfeld oder kleine Veränderungen nicht aus und das ist völlig okay. In solchen Situationen kann es hilfreich sein, wenn du dich an eine ausgebildete Fachkraft in deiner Nähe wendest. Es gibt dabei unterschiedliche Ansätze und Methoden, die auf das Erkennen und Verändern von Denkmustern abzielen oder solche, die frühere Erfahrungen und das soziale Umfeld mit einbeziehen. Welche Form am besten passt, ist sehr individuell.
Als Ansprechpartner:innen sind unsere Berater:innen von BetterHelp vielleicht auch ein erster Schritt. Bei uns geht es aber nicht um eine Therapie, sondern um ein einfühlsames Coaching.
Wenn Gespräche nicht ausreichen
Wenn du über längere Zeit eine innere Belastung verspürst oder deine negativen Gefühle besonders intensiv sind, dann solltest du dich unbedingt ärztlich beraten lassen. Vielleicht ist eine medizinische Begleitung der nächste Schritt, wenn andere Wege alleine nicht ausreichen. Ob das so ist, weißt du aber nur, wenn du Expert:innen kontaktierst.
Wichtig: BetterHelp bietet keine medizinische Beratung oder medikamentöse Behandlung an. Wenn du Medikamente in Erwägung ziehst, wende dich bitte an eine Fachärzt:in oder dein hausärztliches Team. Dort kannst du besprechen, ob und was für dich infrage kommt.
Weitere Ansätze, die dich unterstützen können
Hier sind weitere Ansätze, die hilfreich sein können, um mit mentalen Herausforderungen umzugehen:
Selbsthilfegruppen: Hier wird sich mit anderen Betroffenen unter professioneller Anleitung ausgetauscht.
Achtsamkeit und Meditation: Förderung von Resilienz, Körpergefühl und Stressbewältigung.
Anpassungen des Lebensstils: Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichender Schlaf haben einen großen Einfluss auf unser allgemeines Wohlbefinden.
Prävention und gesellschaftliche Bedeutung
Prävention spielt eine zentrale Rolle, um mentale Herausforderungen anzugehen. Durch Aufklärung, frühzeitige Intervention, Stärkung der Resilienz und den Abbau von Stigmatisierung kann vielen Menschen geholfen werden.
Vorsorge ist besser als Nachsorge
Folgende präventive Maßnahmen können dir dabei helfen, dein Nervenkostüm zu stärken, damit du gar nicht erst mentalen Herausforderungen begegnest.
Stressmanagement: Techniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga, Atemübungen oder Meditation können dir dabei helfen, Stress abzubauen und deine Verbindung zu deinen Gemütszuständen und deinem Körper zu stärken.
Früherkennung: Regelmäßige Gespräche mit einem Arzt oder einer Ärztin können helfen, erste Anzeichen frühzeitig zu erkennen und aktiv gegen psychische Ausnahmezustände anzukämpfen.
Soziale Unterstützung: Stärke dein soziales Umfeld, denn ein starkes Netzwerk aus Familie und einem Freundeskreis kann präventiv wirken.
Warum das Thema uns alle betrifft
Psychische Erkrankungen und Herausforderungen belasten nicht nur die Betroffenen, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander. Eine Enttabuisierung und eine stärkere Integration von Präventionsmaßnahmen sind essentiell, um das Wohlbefinden der Bevölkerung zu fördern.
Fazit
Emotionale Belastungen sind eine weitverbreitete Herausforderung, die ein tiefgreifendes Verständnis und individuelle Lösungen erfordert. Die Optionen des Online-Coachings ermöglichen jedoch eine zeitgenössische und fachkundige Unterstützung, wenn du Gesprächspartner:innen suchst. Je offener du mit deinen Gedanken und Gefühlen umgehst, desto mehr stärkst du dich selbst.
Was gibt es alles für psychische Erkrankungen?
Es gibt viele verschiedene psychische Erkrankungen. Die meist verbreiteten lassen sich in Angststörungen, affektiven Störungen, Schizophrenie, Phobien, Essstörungen und Depressionen kategorisieren.
Was sind die häufigsten psychischen Störungen?
Zu den häufigsten psychischen Störungen zählen Depressionen, Angststörungen und Störungen, die durch Alkohol- oder Medikamentengebrauch verursacht werden.
Wie merkt man, ob man psychisch krank ist?
Mögliche Hinweise, die eine psychische Erkrankung zeigen können, sind eine Veränderung der Gefühle, der Gedanken und des Verhaltens, aber auch deines Körpers. Wenn du starke Angst, Traurigkeit, Hilflosigkeit oder innere Leere verspürst und diese langanhaltend sind, solltest du dich vom medizinischen und psychologischen Fachpersonal beraten lassen.
Was sind schwere psychische Erkrankungen?
Psychosen und Schizophrenien werden als die schwerste Form einer psychischen Erkrankung angesehen.
Welche psychische Erkrankung ist nicht heilbar?
Schizophrenie ist nicht heilbar, sie kann jedoch behandelt und ihre Symptome gelindert und kontrolliert werden.
Was ist die häufigste psychische Krankheit der Welt?
Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen Angststörungen, Depressionen sowie affektive und bipolare Störungen.
Was ist die seltenste psychische Erkrankung?
- Einige der seltensten psychischen Störungen, die im DSM-5-TR beschrieben werden, umfassen:
- Cotard-Syndrom (Nihilistischer Wahn): Betroffene glauben, dass sie nicht existieren oder bereits tot sind.
- Capgras-Syndrom: Personen sind überzeugt, dass nahestehende Personen durch identisch aussehende Doppelgänger ersetzt wurden.
- Fregoli-Syndrom: Betroffene glauben, dass verschiedene Menschen in ihrer Umgebung eigentlich eine einzige Person sind, die ihr Aussehen wechselt.
- Alice-im-Wunderland-Syndrom: Eine Wahrnehmungsstörung, bei der Personen Verzerrungen in der Größe oder Form von Körperteilen oder ihrer Umgebung erleben.
Da diese Störungen selten diagnostiziert werden, gibt es kaum epidemiologische Daten zu ihrer Prävalenz
Was zählt als psychische Krankheit?
Grundsätzlich werden psychische Erkrankungen als erhebliche Abweichungen vom Erleben oder Verhalten von psychisch gesunden Menschen bezeichnet, die sich auf das Fühlen, Denken und Handeln der betroffenen Person auswirken können.
Was macht die Psyche kaputt?
Die Psyche geht kaputt, wenn es dem Körper schlecht geht. Also bei langanhaltendem Stress oder Schmerzen oder dem Gefühl der inneren Leere.
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