Gestalttherapeut:in werden: Das musst du wissen
Fühlst du dich häufig überfordert? Sehnst du dich nach tieferen Verbindungen? Wir verbringen alle so viel Zeit vor Bildschirmen und werden ständig von Reizen überflutet. Viele sehnen sich deswegen nach tieferen Verbindungen – nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst. Die Gestalttherapie bietet einen kraftvollen Ansatz für persönliches Wachstum. Sie betont Achtsamkeit, Präsenz und authentischen Selbstausdruck. Wenn du dich dazu berufen fühlst, andere auf ihrem Weg zur Selbstentdeckung zu begleiten, könnte eine Ausbildung in Gestalttherapie genau das Richtige für dich sein.
Was ist Gestalttherapie?
Die Gestalttherapie legt den Fokus auf den gegenwärtigen Moment, persönliche Verantwortung und die Beziehung zwischen Therapeuten und Therapeutinnen und den behandelten Personen. Entwickelt von Fritz und Laura Perls circa Mitte des 20. Jahrhunderts, ermutigt dieser Ansatz dazu, Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen bewusster wahrzunehmen, um tiefere Einsichten zu gewinnen und bedeutungsvolle Veränderungen im Leben zu schaffen.
Wo liegt der Fokus der Gestalttherapie?
Anstatt sich in vergangenen Traumata oder zukünftigen Sorgen zu verlieren, lädt die Gestalttherapie dazu ein, das „Hier und Jetzt“ voll zu erleben. Durch kreative Techniken wie Rollenspiele, Dialogübungen und Körperwahrnehmung können Klient:innen wieder in Kontakt mit ihrem authentischen Selbst treten und emotionale Blockaden lösen.
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Wie wirst du Gestalttherapeut:in in Deutschland?
In Deutschland wird die Ausbildung in Gestalttherapie von spezialisierten Instituten angeboten und folgt einem strukturierten, aber auch sehr persönlichen Prozess. Die genauen Voraussetzungen und Abläufe können je nach Institut variieren.
Voraussetzungen
Viele Ausbildungsprogramme setzen einen Hintergrund in Psychologie, Sozialarbeit oder einem verwandten Bereich voraus. Einige Institute akzeptieren jedoch auch Bewerber:innen aus anderen Berufen, wenn ein starkes Interesse an therapeutischer Arbeit vorhanden ist.
Theorie und Praxis
Die Ausbildung umfasst sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendung. Du lernst zentrale Prinzipien wie den Gestaltzyklus der Erfahrung, Achtsamkeitstechniken und Dialogarbeit kennen und nimmst an Supervisionssitzungen teil.
Persönliche Entwicklung und Selbsterfahrung
Ein zentrales Merkmal der Gestaltausbildung ist der Fokus auf persönliche Weiterentwicklung. Du durchläufst deinen eigenen therapeutischen Prozess, um deine Selbstwahrnehmung zu vertiefen und die Methode aus eigener Erfahrung zu verstehen.
Supervisierte Arbeit mit Klient:innen
Während der Ausbildung begleitest du Patienten und Patientinnen unter der Aufsicht erfahrener Gestalttherapeut:innen. Diese praktische Erfahrung ist essentiell, um therapeutische Fähigkeiten zu entwickeln und Sicherheit in der Arbeit mit Menschen zu gewinnen.
Zertifizierung und Anerkennung
Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du in der Regel eine Zertifizierung von anerkannten Gestalttherapie-Verbänden, wie der Deutschen Vereinigung für Gestalttherapie (DVG). Je nach beruflicher Ausrichtung können zusätzliche Qualifikationen erforderlich sein, um in klinischen Einrichtungen tätig zu werden.
Für wen ist Gestalttherapie geeignet?
Die Gestalttherapie ist ein vielseitiger Ansatz, der vielen Menschen helfen kann – besonders jenen, die:
- Mit Ängsten, Depressionen oder emotionalen Blockaden kämpfen
- Ihre Emotionen und Verhaltensweisen besser verstehen möchten
- Ihre Beziehungen und Kommunikationsfähigkeiten verbessern wollen
- Sich entfremdet oder unerfüllt fühlen
- Offen für erfahrungsbasierte und kreative Therapieansätze sind
Da die Gestalttherapie auf Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung setzt, ist sie besonders hilfreich für Menschen, die aktiv an ihrem Heilungsprozess mitarbeiten möchten.
Ist eine Ausbildung in Gestalttherapie das Richtige für dich?
Sich für eine Ausbildung in Gestalttherapie zu entscheiden, ist nicht nur eine berufliche Wahl – es ist eine tiefgreifende, transformative Reise. Dieser Weg erfordert ein starkes Engagement für Selbstreflexion, emotionale Ehrlichkeit und die Fähigkeit, mit anderen in ihren verletzlichsten Momenten präsent zu sein.
Kümmere dich auch um dich
Wenn du dich für eine Ausbildung in Gestalttherapie interessierst, ist es sinnvoll, dich mit erfahrenen Fachleuten auszutauschen. Der direkte Kontakt mit ihnen kann dir helfen, ein tiefes Verständnis für die Arbeit zu entwickeln – und digitale Formate machen diesen Austausch heute besonders bequem von zu Hause aus möglich.
Wenn du dich entscheidest, selbst therapeutisch zu arbeiten, ist es wichtig, dich mit therapierenden Fachpersonen zu vernetzen. So kannst du nicht nur deine therapeutische Kompetenz erweitern, sondern du schützt dich auch davor, die Ängste deiner Klientinnen und Klienten unbewusst zu übernehmen. Mittlerweile gibt es zudem innovative Möglichkeiten wie internetbasierte Angebote, die du flexibel in deinen Alltag integrieren kannst.
Hinweis: In diesem Artikel findest du allgemeine Informationen zur Gestalttherapie und ihren Ansätzen. Bitte beachte: BetterHelp bietet keine Gestalttherapie an. Wer professionelle Unterstützung sucht, kann sich jedoch über die Online-Psychologische Beratung von BetterHelp begleiten lassen.
Fazit
Was macht ein Gestalttherapeut?
Therapeut*innen in der Gestalttherapie fokussieren sich insbesondere auf die Weltwahrnehmung ihrer Patienten und Patientinnen. Dabei wird sich vor allem auf das Hier und Jetzt fokussiert und nicht die Vergangenheit analysiert.
Ist Gestalttherapie seriös?
Die Gestalttherapie ist nicht als psychotherapeutisches Verfahren anerkannt. Trotzdem gibt es positive Erfahrungsberichte von Patienten und Patientinnen.
Wie verläuft eine Ausbildung zur Gestalttherapie?
In der Regel dauert die Ausbildung vier Jahre und wird durch eine anerkannte Institution durchgeführt.
Warum wird die Gestalttherapie selten angewendet?
Es gibt (noch) nicht genügend Belege für die Wirksamkeit der Therapieform.
Was kostet Gestalttherapie?
In der Regel kostet eine Sitzung zwischen 80 und 100 Euro.
Was macht einen guten Gestalttherapeuten aus?
Eine starke Präsenz, Empathie und Achtsamkeit machen einen guten Gestalttherapeuten und eine gute Gestalttherapeutin aus.
Wird die Gestaltpsychologie heute noch angewendet?
Ja, auch heute wird die Gestaltpsychologie noch angewendet.
Ist Gestalttherapie ein geschützter Begriff?
Der Begriff “Gestalttherapie” ist nicht geschützt.
Für wen ist Gestalttherapie geeignet?
Die Gestalttherapie kann für die unterschiedlichsten Menschen geeignet sein.
Ist Gestalttherapie anerkannt?
Die Gestalttherapie ist nicht anerkannt.
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